TOHIL 2 - Jäger und Gejagte by Thomas Rabenstein, Nino Coviello & Thomas Kniest

TOHIL 2 - Jäger und Gejagte

By Thomas Rabenstein, Nino Coviello & Thomas Kniest

  • Release Date: 2014-08-10
  • Genre: Fantasy
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Description

Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende … Ich habe das Gefühl für die Zeit längst verloren. Alles um mich herum scheint rasend schnell zu altern und verbraucht sich im Zeitraffer. 
Das Schicksal bedachte mich mit einer seltsamen Fügung. War ich zuerst der Meinung, es handle sich um einen Fluch, so denke ich heute anders darüber. Die Begegnung mit Huracán und seiner Bestie hat mich nicht in einen Schatten verwandelt, sondern sie hat mich geläutert. Immer wieder kehren die Erinnerungen an jene Nacht zurück, als mich der Tod in Hokals Hütte fest umarmte. Gleichzeitig wuchs etwas in mir heran, mächtiger noch als der Tod, und entriss mich dem dunklen, ewigen Schlaf. Es brachte mich ins Leben zurück, doch nicht ins Licht. Ich wurde zu einem Wanderer zwischen den Welten, nicht tot und nicht lebendig. Aber was genau bin ich? 
Die Stunden der Metamorphose haben mich verändert, mich in ein anderes Wesen verwandelt. Die Tage des Siechtums liegen lange zurück, alle Wunden an meinem Körper sind verheilt, doch nicht an meiner Seele. Die Verpuppung ist abgeschlossen, doch was aus mir entstand, ist kein Schmetterling. In mir erwachen Fähigkeiten, von denen ich zuvor nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Ich spüre diese unglaubliche körperliche und geistige Kraft in mir, die wie ein loderndes Feuer immer wieder aus mir hervorbricht. Kein Schlangenbiss kann mich töten, kein Stammeskrieger bezwingen. Sie fürchten mich, weil ich ihnen überlegen bin.
Blutjäger ist seit jenem Tag nicht mehr von meiner Seite gewichen. Uns verbindet mehr, als nur eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier, wir sind zu Seelenverwandten geworden. Seit jenem denkwürdigen Tag sind wir beide durch ewige Jugend gesegnet und teilen unseren unbändigen Appetit nach Blut. Trotz dieser Euphorie, die von mir zusehends Besitz ergreift, höre ich auch diese andere Stimme in mir. Zu Beginn war sie laut und dominant. Nun, da mir ungeahnte Möglichkeiten offen stehen, wird sie schwächer und tritt in den Hintergrund.
Hokal, der alte Schamane, war längst tot, doch er hat mich schon während meiner Metamorphose vor dieser Entwicklung gewarnt. Diese leise Stimme verkörpert den Rest meiner ehemaligen Menschlichkeit. Sie ist alles, was von Tohil übrig geblieben ist, alles, was mich einst ausgemacht und definiert hat. Sie ringt permanent mit der erstarkenden Bestie um die Vorherrschaft über meinen Verstand. Mein Instinkt sagt mir, ich muss diese Dualität erhalten. Ich darf den menschlichen Teil nicht erlöschen lassen, denn sonst bleibt den Menschen nur eines übrig: Die Gnade ihrer Götter zu erflehen …

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